146 zu 5

Nicosia diente für uns nochmal zum Ausruhen und um zum Beispiel für Annas Weiterreise zu sorgen. So fanden wir uns also in einem größeren ortsansässigen Fahrradladen ein um Kette, Zahnkranz und ein Kettenblatt zu wechseln. Nach 6000km war das einfach nötig! Wir erhielten den Vorschlag das wir das Fahrrad doch dalassen könnten, dauert nur einen Tag…nach kurzer Verhandlung stand ich dann selbst in der Werkstatt und durfte die Kettenpeitsche schwingen. Duke, der Ladenbesitzer von Micromania fand das ziemlich cool das wir bis nach Zypern geradelt sind und deshalb gabs die Ersatzteile für das Radl auch zum Freundschaftspreis!

Mit frischer Kette ging es dann gegen den Wind auf einer vermeintlich ruhigeren Straße aus der geteilten Stadt heraus. Bis Larnaca waren es gerade einmal noch 90km und 6 Tage Zeit bis zum Abflug. Ein Glück spielte dafür das Wetter mit und wir konnten uns mit einem vorerst letzten Bad vom Mittelmeer verabschieden.

kurz aber intensiv blüht es auf der Insel im Frühjahr

kurz aber intensiv blüht es auf der Insel im Frühjahr

Der Feigenbaum blüht schon

Feigenbaum

"Agios Theodoros" auf dem Weg nach Larnaca

„Agios Theodoros“ auf dem Weg nach Larnaca

Larnaca hat die nette Position direkt an einem größeren Salzsee zu liegen wo wir dann auch für ein letztes Mal dieser Reise das Zelt zusammen bewohnen konnten. Unsere Karte versprach uns noch seltene Tiere sehen zu lassen. Und tatsächlich stelzten dort im Salzsee an die 50 Flamingos herum!

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Vom Salzsee ins kleine, hässliche Hotel zum Klamotten waschen und Aussortieren von allen überflüssigen Dingen die am nächsten Tag nicht mit ins Flugzeug sollen. Fahrrad und Ausrüstung wurden gut eingepackt und überstanden den Rückflug schadenfrei! So bin ich also seit 3 Tagen zurück und durfte auf dem Rückflug Olympos und der vereisten Donau nochmal winken. 146 Tage mit dem Rad unterwegs zu 5 Stunden Rückflug sind immernoch schwer zu fassen. Allerdings macht es mir Leipzig gerade auch einfach wieder anzukommen. Schön wieder dazusein.

Tias

Ein kleines Paradies für Radler und Esel

Unsere Rundreise ging am 18.1. in den zweiten Abschnitt, diesmal in den nördlichen Teil der Insel. Marko, den wir am 2.1. auf der Fähre getroffen haben, kam punkt 10 Uhr am Hostel an und wir setzten zu dritt die Reise fort. Die 4er-Radlergruppe blieb noch im Hostel und musste ersteinmal darüber beraten wohin sie ihre Reise nun führen sollte.

Auf einer leidlich stark befahrenen Strasse liessen wir uns vom Wind die Insel hinauftragen. Unser Tempo ist ziemlich ähnlich und zu dritt unterwegs zu sein machts einfach noch schöner!

Erste Campsite zu dritt mit Marko aus Holland

Erste Campsite zu dritt mit Marko aus Holland

Die alte Küstenstrasse

Die alte Küstenstrasse

Wie es der Zufall so will waren wir zum Vollmond nach Norden unterwegs. Wenig Wolken in der Nacht liessen das Licht also um ca. 20.30 Uhr nocheinmal angehen. Es ergab sich sogar ein wolkenloser Mondaufgang über dem Meer. Spektakulär! Der nördlichste Zipfel war nach nur 2 Tagen erreicht und wir befanden uns in einem Wildeselschutzgebiet wo wir unser Zelt an einem Picknickplatz aufschlagen konnten. Und am Kap trifft man nicht nur auf Esel sondern auch auf säggssche Landsleudde aus Radebeul! Diese allerdings im Mietwagen unterwegs und staunenderweise über die unseren Drahtesel. Ebenfalls an diesem Tage wurden wir vom ansässigen Ortspolizisten Hasip der das Kap bewacht zum Chai geladen. Unser Zelt stand bereits am Picknickplatz und der Weg zum Chai also zu Hasip führte über eine bucklige Piste. Wir liessen die Einladung verstreichen…Hasip kam vor Sonnenuntergang zu uns und wollte natürlich wissen warum wir nicht zum Chai kamen. Wir hatten keinen wirklichen Grund nicht zu erscheinen. Da er uns aber trotzdem kennenlernen wollte kam er, als wir das Lagerfeuer bereits entfacht hatten, zu uns dazu mit ausreichend Halloumi-Brot und einer grossen Flasche Weinlikör. Wir sind uns einig das wir von einem Polizisten noch nie Alkohol gebracht bekamen!

Eselfohlen auf der Halbinsel Karpas

Eselfohlen auf der Halbinsel Karpas

In Richtung Kap

In Richtung Kap

''Golden Beach'' und ''Big Beach'' zur Off-Season

“Golden Beach“ und “Big Beach“ zur Off-Season

Wüstenähnlich am ''Golden Beach''

Wüstenähnlich am “Golden Beach“

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Radler-Campsite

Radler-Campsite

Das letzte Bild verrät es schon. Da sind die anderen Vier wieder die wir in Girne zurückliessen. Sarah, Jacob, Gernot und Scott. Es ist zu erwähnen das Sarah und Scott bereits Ende August mit ihren FIXIES (Ein Gang, ohne Leerlauf) sich aus Paris auf die Reise machten(Ziel Südafrika), Jacob im September in Dänemark gestartet ist(in Richtung Iran unterwegs) und Gernot am 1. Mai seine Weltreise in München begann. Wir stellten unser Zelt flux daneben auf besorgten Wein, Brot, Bier und tauschten uns beim Lagerfeuer über Reisegeschichten aus.

Zu sechst kamen wir am nächsten Tage noch bis Iskele wo sich die gemeinsamen Wege leider trennten.

Gernot mit 50KG Gepäck

Gernot mit 50KG Gepäck

Iskele empfing uns mit einem gut sortierten Gemüse und Obst-Bazar. Also frische Früchte eingepackt und weiter Richtung Nikosia. An einem Supermarkt mussten wir doch nochmal anhalten um Butter zu tanken. Ich wartete gemütlich in der Sonne. Von weitem vernehme ich ein: “Sind Sie aus Deutschland?“ Meine Herkunft nicht verschweigend nehm ich das Gesprächsangebot an. Jetzt die üblichen aber durchaus gerechtfertigten Fragen:

Mit dem Rad bis hierher? Wo bist du lang? Wie lang bist du schon auf Zypern? Warst du schon in Famagusta? Neeejaa wollten wir eigentlich auslassen…soviele Steinhaufen schon gesehen. Die Antwort stiess auf Entsetzen! Ich bekam kurzer Hand die Visitenkarte von Hans und Traudel aus Baden-Württemberg in die Hand gedrückt. Sollten wir Interesse an einer persönlichen Stadtführung haben klingelt doch bei uns an der Tür. 3 Stunden später sitzen wir frisch geduscht bei den beiden im Garten und trinken Kaffee/Tee. Zypern ist für die beiden seit 10 Jahren ein Winterzufluchtsort. Deutschland ist eben von Ende November bis März einfach zu kalt! Die persönliche Stadtführung verschieben wir auf den nächsten Tag und dürfen sogar bei ihnen übernachten.
Nach dem ausgezeichneten Futter mit selbstgemachten Marmeladen aus einheimischen Früchten gings auf nach Salamis. Es gab nicht nur Steinhaufen zu sehen sondern auch wunderschöne 2000 Jahre alte Mosaike in den Resten von Badeanstalten und Kirchruinen. Hans kennt sich in dem Terrain sehr gut aus und wir bekommen für manche Details einen neuen Blickwinkel. Die Stadt Famagusta mit ihrer gewaltigen Stadtmauer die auch kurzerhand für die Besetzung 1974 genutzt wurde durften wir dann auch noch erspähen. Gegen späten Nachmittag mussten wir weiter und bekamen von Traudel und Hans noch selbstgemachte Marmeladen und Limonade geschenkt. Danke dafür! Beides ist sehr, sehr lecker. Und die versprochenen 5 Postkarten von weiteren Reisen sind schon sogut wie geschrieben;-).

Zurzeit sind wir wieder im schönsten Hostel dieser Insel in Nikosia und haben ab Montag noch 1 Woche bis zum Rück- beziehungsweise Weiterflug ab Larnaka.

Zum Sonnenaufgang am Kap

Zum Sonnenaufgang am Kap

Occupied

Wir sind mittlerweile wieder im „mittleren“ Teil von Zypern angekommen. Diesmal in Girne. Nach genau 2 Wochen. Google Maps hat sicher nichts dagegen wenn ich die mal eben hier verlinke.

K L I C K  für die Route

Nicosia hat uns sehr gut gefallen. Besonders das Hostel war wirklich eine Reise wert! Es gibt eine funktionierende Küche in der wir selber kochen konnten und wir hatten jederzeit Zugang zu einem Computer mit schnellem Internetanschluss! Fast wie zu Haus….

Flache Häuser, Palmen und Kirchen. Die Altstadt von Nicosia

Flache Häuser, Palmen und Kirchen. Die Altstadt von Nicosia

Aus Nicosia heraus ging es dann über mehr oder weniger stark befahrene Landstrassen immer in Richtung Süden. Die allnachmittägliche Zeltplatzsuche gestaltet sich schwieriger. Der südliche Teil an der Küste ist teilweise stark bebaut. Aller 5km fand sich ein Dorf für Wasser, Brot und Co, immerhin. Die Städte verdienen leider keine weitere Erwähnung. Ausser…es gibt einfach alles zu kaufen. Porsche, Mercedes oder fette amerikanische SUV’s, Villen und ganze Hotels, sollte man ganz exqusite Dekoration für einen Geburtstag suchen gibt es sogar „Ballondesign-Shops“! Zum Glück sind diese Konsumhöllen von ihrer Ausdehnung her recht übersichtlich und man passiert sie meist in weniger als einer Stunde. Nach Limassol fanden sich zum Beispiel diese schönen Ecken.

Überreste eines Salzsees

Überreste eines Salzsees

Das roch nach Frühling

Das roch nach Frühling

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Jetzt dürfen alle laut "ooohhhhh" sagen

Jetzt dürfen alle laut „ooohhhhh süüüüüß“ sagen

600 Jahre alter Olivenbaum

800 Jahre alter Olivenbaum

Kolossi

Kolossi

In Kolossi

In Kolossi

Wir besuchten unter anderem diese schöne und gut erhaltene Burg namens „Kolossi“. Etwas das mich an der Südseite der Insel sehr erfreut sind Massen von Rennradfahrern die über diese perfekten Asphaltstrassen gleiten. Und da ist es fast egal um welchen Wochentag es sich handelt…nur in den Bergen haben wir keine gesehen.

Hinter dem Schild die zivilisierte Welt...

Hinter dem Schild die zivilisierte Welt…

...und vor uns die Dustroad.

…und vor uns die Dustroad.

Wir wagten uns also auch hier wieder in die Berge. Zypern bietet in den einschlägigen Ausflugsgebieten viele öffentliche Picknickplätze an die jeweils eine Wasserquelle und ein Abort besitzen. Wunderbar! Denn solch praktische Wasserquellen die es auf dem türkischen Festland in nahezu jedem Dorf gab sucht man hier oft vergebens. Wasser muss man meist bezahlen. Unser erster Picknickplatz in den Bergen war so einer. Auf dem Weg dahin sahen wir viele Schilder mit dem Hinweis das Jagen in dieser Region verboten ist. Sonntags um 5.45Uhr fiel dann doch der erste Schuss unweit vom Zelt entfernt. Wir wissen nicht genau was man hier jagt jedenfalls hörte das Geballere bis 11Uhr nicht auf. Den Plan an diesem Platze länger zu verweilen wurde vom Wetter und den Jägern vereitelt. Zum Glück waren wir alsbald auf über 1000m und konnten Landschaft und ansässige Zedernwälder bewundern.

4 Tage haben wir uns in diesen schönen Höhen getummelt und ausnahmweise Nachts nicht gefroren. Herunter ging es entlang der Greenline bis eben Girne.

Zeder am Hang

Zeder am Hang

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Tagesaktuell gibt es von uns zu berichten das wir im Hostel auf 4 weitere Radler gestossen sind! 2 Kanadier, ein Däne und ein Münchener. Dahin gehen wir auch gleich wieder und lassen die Campingkocher auf der Dachterrasse des Hostels aufflammen.

Bitte halten Sie sich links

Normalerweise bewegen wir uns bei Tageslicht von einem Ort zum naechsten. Antalya verliessen wir allerdings bei Nacht. Faehren verkehren zwischen Zypern und der Tuerkei nur im Sommer von Antalya. So mussten wir also 450km weiter ostwaerts nach Tasucu. Da wir genug Kuestenstrasse gesehen hatten nahmen wir den vollausgestatteten Reisebus(fuer 15Euro). 4.30Uhr wurden wir dann in dem Kleinstaedtchen aus dem Bus entlassen. Noch 3 1/2h bis die Faehre ablegt. Wir fuhren an den menschenleeren Strand, schliefen und gingen dann puenktlich zu einem der Bueros in der Stadt die einem Faehrtickets verkaufen. Der Mensch am Schalter sagte uns einen niedrigeren Preis als wir im Internet herausgefunden haben, direkt auch einen anderen Tag und eine andere Zeit naemlich 24Uhr an dem das Boot ablegt. Individualreisen heisst manchmal eben auch ueber 48h auf eine Faehre warten zu muessen.

Wir fuhren 5km vom Hafen weg und schlugen unser Zelt unweit vom Strand auf. Ausser der zahlreichen Voegel die fruehmorgens den Sonnenaufgang verkuenden hoerten wir nichts. An Sylvester war es einfach still.

bei Tasucu

bei Tasucu

Am letzten Tag fuer uns in der Tuerkei dann DIE Ueberraschung schlechthin. Wir treffen beim  Einchecken zur Faehre einen weiteren Radler! Marko aus Holland. Seine Reise startete bereits im Juli 2013, allerdings am Nordkap in Norwegen. Wir hatten uns viel zu erzaehlen und waren froh mit einem Gleichgesinnten Reiseeindruecke auszutauschen.

So kam es also dazu das wir die ersten 20Kilometer auf der Insel zu dritt absolvierten und das natuerlich auf der linken Strassenseite. Auch nach 2 Tagen im Strassenverkehr ist es immernoch absolut merkwuerdig „andersherum“ zu fahren. Strassen per Fuss zu ueberqueren – Quaelerei fuers Gehirn!

Wir sind nun in Nicosia(griechisch-zypriotischer Teil). Diese Stadt ist geteilt. Mitten in einer der belebten Fussgaengerzonen befindet sich die sogenannte „Greenline“(Niemandsland) und die Grenze zum Norden der Stadt, also der tuerkisch-zypriotischen Seite.

Will man sich hier z.B. die komplette Altstadt anschauen sollte man seinen Reisepass parat halten. Fotos in der Greenline sind nicht erlaubt und Haeuser stehen in dieser Zone seit Jahren leer.

8Uhr morgens war Land in Sicht

7Uhr morgens war Land in Sicht

kleine, verwinkelte Gassen und schoene Haeuser praegen die Altstadt

kleine, verwinkelte Gassen und schoene Haeuser praegen die Altstadt

Erste Eindruecke von Zypern:

– sehr freundliche Leute, allerdings fast immer der Hinweis von ihnen: „auf der anderen Seite muesst ihr aufpassen, die Leute da sind anders als wir“. Das bekommt man zu hoeren egal auf welchem Teil man sich eben befindet…!

– Reisefuehrer die man fuer Zypern hier bekommt lassen entweder den Sued- oder Nordteil gekonnt heraus

– diese Insel ist definitiv von vielen reichen Leuten bewohnt(Ferrari, Porsche und Co auf den Strassen)

– Lebensmittelpreise aehneln denen von Deutschland

– Wir sind jetzt schon in die Baeckereien verliebt(allerdings nur der griechische Teil), da gibts naemlich S C H W A R Z B R O T

– muss ich noch irgendwas zum Wetter sagen….ja doch. Durchschnittlich 9 Regentage im Januar und 16Grad Aussentemperatur.

Ich denke das wird ein guter letzter Monat.

Beşbin kilometre

Wir haengen fest…irgendwie. Die Gegend und die Menschen laden uns dazu ein. Weihnachten haben wir auf dem Land verbracht. Vom Konsumrausch haben wir absolut nichts mitbekommen! Unser “Weihnachtsbaum“ hat sich selber mit Apfelsinen geschmückt und stand direkt vor der Haustür in einem Dorf bei Olympos. Wir kamen bei Freunden unter die uns ihr Haus für 3 Tage überlassen haben. So konnten wir die Seele baumeln lassen, mit Katzen kuscheln, Wandern gehen und unsere Feiertage geniessen. Und das alles auch noch mit selbstgebrautem Bier und Wein!

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Wandertag am 24.12.

Wandertag am 24.12.

Diesmal nur auf 860m Höhe

Diesmal nur auf 860m Höhe

Olympos haben wir uns natürlich auch angesehen, zumal es einen schöneren Weg hinein gab anstelle den Leuten vom Ticketbüro “Hallo“ zu sagen;-). Warum man sich dort niedergelassen hat wird einem schnell klar wenn man durch die Ruinenstadt laeuft die mit Baechen und alten Baeumen übersaeht ist. Eins der schönsten Steinhaufen die wir bis jetzt sehen durften!

Olympos

Olympos

Quasi direkt neben Olympos befinden sich die Feuerquellen der Chimaira. Dort schlagen seit Jahrtausenden Flammen aus der Erde. Heutzutage eher klein, aber man könnte damit locker ne Suppe köcheln.

Chimaera Yanartaş

Chimaera Yanartaş

Wir verlassen Olympos schweren Herzens(aber bei T-Shirt Wetter) zum zweiten Weihnachtsfeiertag und machen uns auf in die Touristenhochburg *Antalya. Die Südwesttürkei hat bei uns wirklich bleibenden Eindruck hinterlassen! Soviel schöne Berge, Waelder und das türkisblaue Meer. Traumhaft!

 

*Anm. d. Redaktion: “Antalya ist zwar schwer auf Tourismus getrimmt, dafür konnten die beiden Radler gestern den Hobbit in 3D sehen und mit einem Bier auf den fünftausendsten Kilometer anstossen(was übrigens die Erklaerung für die in türkischer Sprache gehaltene Überschrift ist). “

 

Von Radfahrern die zu Hirten werden

Werte Leser da draussen im fernen, weihnachtlichen Getümmel!

Passend zur Weihnachtszeit haben wir in den letzten 2 Wochen uns als Hirte versucht.

Wenn ich vorstellen darf, die 7 Geißlein der Tangalafarm:

Sultan, Dschingis, Thea, Chakmak, (Prinzessin) Perla, Pünktchen und Pompom

Sultan, Dschingis, Thea, Chakmak, (Prinzessin) Perla, Pünktchen und Pompom

Die Chefziege

Die Chefziege, Sultan

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Wir wohnten hier im beheizbaren Bungalow und wurden freundlicherweise jeden Morgen zum Sonnenaufgang mit lautem Gepolter und Geklingel von den Ziegen geweckt. Die haben natürlich Hunger, das haben sie eigentlich immer. Das heißt dann für uns 6:45Uhr aufstehen und das Stoffwechselendprodukt der letzten Fütterung aus dem Stall kehren.

Nahezu jeden Tag sind wir mit ihnen für 4 Stunden in den nahegelegen Pinienwald gewandert. Dort macht dann die Ziege das was ihr am liebsten ist:  Fressen und meckern

Und damit nach unserer Herde auch noch etwas vom Wald und den Eichelstraeuchern übrig ist müssen die Geißlein sich auf unser Kommando bewegen…das gestaltet sich mitunter recht schwierig! Hilft alles Rufen und Pfeifen nichts packten wir die Chefziege am Halsband und zogen sie in die Richtung wo wir hinwollten. Einmal in Bewegung gehen die anderen 6 dann doch ihren eigenen Weg und kommen irgendwann hinterhergemeckert. Trotz ihrer ausgepraegten Sturrköpfigkeit ist das Hirtenleben mit diesen 7 Ziegen ein sehr angenehmes. Ich erinnere mich nur sehr ungern an den Streichelzoo in Leipzig wo ich als Kind von den Ziegen herumgeschubst wurde…

Gegen Mittag gings dann zurück auf die Farm. Wir erholten uns bei einem kleinem Snack, dann Draussen-Küche aufraeumen, Laub aufsammeln, Holz hacken, Oliven pflücken, 16Uhr Öfen anheizen und Abendessen zubereiten und/oder warm machen, 17Uhr Ziegen füttern. Da sich die Farm gerade vergroessert waren ausser den beiden Besitzern noch 4 weitere HelpXer zu Gast. So gestalteten sich die Abende um einen warmen Ofen herum bei ausreichend selbsthergestelltem Bier und Wein.

Da wir hier mitten in den Bergen sind(auf 660m) nutzten wir unseren sonnigen Pausentag für eine Wanderung auf den naechstgelegen Gipfel. Nun gibt es davon im Umkreis soviele das sich niemand die Mühe gemacht hat dort ein paar Hinweisschilder aufzustellen die einen zum Gipfel bringen könnten. So gings also relativ blind aber mit zwei GPS-Geraeten ausgestattet immer nach oben. Ab 1000m Höhe dann gefühlte 100% Steigung. Stunden vergingen, wir liefen steil bergan. Aus Kiefernwaldern werden Zedern und ziemlich bald erreichten wir die Baumgrenze. Auf der Höhe von 2000m befinde ich mich zum ersten Mal. Richtig wandern war ich seit Jahren nicht mehr und so muss ich öfters mal für eine  Minute die Aussicht geniessen.

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Ab 2000m Schnee und Mondlandschaft

Ab 2000m Schnee und Mondlandschaft

Gipfel ist erreicht! Nach 6 Stunden.

Gipfel ist erreicht! Nach 6 Stunden.

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Mittlerweile sind wir wieder zurück im Sattel und gönnen uns in den Bergen einen Pausentag bei Nirman die wir auf der Tangalafarm kennengelernt haben. Spaetestens Mitte Januar sind wir dann auf Zypern!

Bei Saklikent

Bei Saklikent

Von warmen Quellen und gefrorenen Trinkflaschen

Wir haben uns gewagt die Eisenbahn zu benutzen, mit den Raedern. Sowas sorgt hierzulande am Fahrkartenschalter für leichte Aufregung. Ich fragte abends ob es okay ist die Raeder mitzunehmen. Antwort: bicicletta problema! Nochmal nachgehakt ob die Dame am Schalter wirklich sicher ist ob bicicletta ein problema darstellt. Ja tut es.

Neuer Tag, neues Glück und Anna fragt. Es ist diesmal ein Herr am Schalter. Anna fragt. Es wird telefoniert. Wir sollen warten. 10min sind um. Anna der Zug kommt gleich! Ach komm in das Rollstuhlabteil passen wir locker rein. Zug rollt ein, wir haben die Tickets. Alles Gepaeck ins Abteil geworfen. Schaffner kommt und alles ist gut. So rollen wir also durch bergige Landschaften gut 200km landeinwaerts nach Pamukkale, für umgerechnet 7€ pro Person und Fahrrad. Wer sich jetzt vollgestopfte Waggons vorstellt in denen der ganze Hausrat(incl. Ziegen und Schafen) mitgenommen wird liegt falsch. Wir sitzen bequem, das Servicepersonal ist freundlich UND der Zug kommt pünktlich an.

Die Sinterterrassen bei Pamukkale

Die Sinterterrassen bei Pamukkale

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Die Füsse waren nach den Terrassen also endlich mal wieder sauber und wir wurden tagsdarauf nass, von oben. Es gab ein Gewitter nach dem anderen. Die versprochenen 6 Grad und Regen sind also eingetreten(Ja, Ronny ich weiss du hast mich gewarnt😉 )!

Ab Denizli ging es ins Gebirge. Rauf und rauf. Auf 1200m Höhe dann eine Hochebene und Regen…Das ging 1 1/2 Tage so. Mitten im Taurus-Gebirge dann auch noch Nebel. Wir weichen auf Nebenstrassen aus und wurden reichlich belohnt. Wir fuhren durch die dichten Nebelschwaden hindurch und standen in der prallen Sonne auf 1400m. Hinter jeder Biegung und Anhöhe dann neue schönste Aussichten auf die Gipfel!!

Die Naechte wurden dann allerdings so kalt das unser Wasser in den Trinkflaschen fast vollstaendig gefror. Sonne zum morgen gleicht sowas dann allerdings gerne aus. Nur die Gurkenscheiben froren auf dem Frühstückstisch fest…

Mittlerweile sind wir wieder auf Meereshöhe in Fethiye und haben ein paar rasante Abfahrten genossen*g*. Uns steht ein HelpX-Projekt bevor. Das heisst wir werden auf einem kleinen Hof mitten in den Bergen uns um ein paar Ziegen und Schafe kümmern und bekommen dafür Kost und Logie. Was uns genau erwartet erfahren wir dann ab Mittwoch.

Bis bald – Tias&Anna

 

Auf 1400m Höhe mit Blick ins Nebeltal

Auf 1400m Höhe mit Blick ins Nebeltal

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